Die Kollekte als Anbetung nutzen – aber wie?

Die Kollekte als Anbetung nutzen – aber wie?

Mit meinen Gaben Gott anbeten! Vielleicht hast du den vorherigen Artikel zum Thema der Kollekte im Gottesdienst gelesen und willst die Kollekte stärker ins Zentrum rücken. Aber wie? Wie kann die Kollekte zur Anbetung werden, anstatt zu einer peinlich-seltsamen Situation im Gottesdienst? Wie kannst du als aktiver Gestalter des Gottesdienstes die Gemeinde zur Anbetung durch die Kollekte führen?

Ich habe in diesem Artikel mehrere Hinweise für Dich:

  1. Sei kreativ! Setze dich mit anderen zusammen, die auch Gottesdienste gestalten und tauscht euch aus!
  2. Achte auf dein Auftreten während der Kollekte.
  3. Nutze die Kraft bewährter Formen und Texte! Es gibt in den Liturgien verschiedener Kirchen tolle Texte, die man so verwenden oder als Anregung aufnehmen kann.
  4. Transparenz. Bemühe dich um eine transparente Kommunikation – gerade beim Thema Geld!

Sei Kreativ

Du und das Gottesdienst-Team in deiner Gemeinde kennt euch in eurem Kontext am besten aus. Ihr habt gemeinsam jede Menge Erfahrung und auch jede Menge kreative Kraft. Überlegt doch mal gemeinsam:

  1. Wie läuft die Kollekte aktuell ab? (Kommt sie überhaupt vor?)
  2. Beobachtet einander, wenn ihr zur Kollekte hinführt. Was ist hilfreich, wo holpert es? Gebt euch konstruktives Feedback und sammelt das Gute, das es schon gibt.
  3. Überlegt euch, ob die Platzierung im Gottesdienstablauf den Anbetungscharakter fördert oder hindert.
  4. Sammelt kreative Ideen: Was tue ich während der Kollekte? Was sollte ich sagen, was besser lassen? Welche Formulierungen sind hilfreich?

Auftreten während der Kollekte

Ein Großteil unserer Kommunikation läuft nicht über das, was wir sagen, sondern wie wir es sagen und was wir dabei tun. Deshalb:

  • Nimm dir Zeit für die Kollekte, eile nicht durch den Punkt.
  • Stehe ruhig auf beiden Beinen, wenn du die Kollekte einleitest. Beginne erst mit der Aktion, wenn du fertig gesprochen hast.
  • Nutze Gegenstände zur Visualisierung: Kollektenkorb, Klingelbeutel, vielleicht einen Geldschein oder etwas, das mit dem Zweck der Kollekte verbunden ist.
  • Lass die Kollekte nach dem Einsammeln nicht „verschwinden“. Sie kann z.B. nach vorn auf den Abendmahlstisch/Altar gestellt werden. Damit verbinden wir, dass sich Christus im Abendmahl uns schenkt und unsere Gaben ein Dankopfer als Antwort auf die Großzügigkeit Jesu sind. Alternativ können die Behälter auch bei einem Kreuz o.ä. platziert werden. Auch damit wird die Verbindung deutlich.
  • Dein erster Satz und die Aufforderung anbetend zu geben solltest du vorher ausformuliert haben. Diese beiden Sätze haben die größte Wirkung.

Bewährtes nutzen

Hier sammle ich einige Elemente mit Formulierungen zur Anregung. Keinesfalls meine ich, dass alle diese Elemente vorkommen oder genau so vorkommen müssen. Aber sie sind doch als Fundgrube und Ideenimpuls sehr wertvoll. Selbstverständlich ist das hier nur eine unvollständige, selektive Beispielsammlung. Wenn du noch etwas kennst, was hier noch nicht steht, schreib es doch als Kommentar unter den Artikel!

Biblische Formulierungen einbauen

Die Kollekte kann man mit einem kurzen Bibelzitat einläuten. Dazu nutzt du am besten eine passende Übersetzung für euren Kontext. Ein paar Beispiele:

  • Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. Hebräer 13,16
  • „Eine Gabe des Segens und nicht des Geizes.“
    „Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“
    „Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“
    „Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!“
    2. Korinther 9 (Das ganze Kapitel ist eine Fundgrube)
  • Denn was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten? Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir’s gegeben. 1 Chronik 29,14
  • Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen. Lukas 6,38
  • Ehre den HERRN mit deinem Gut und mit den Erstlingen all deines Einkommens. Sprüche 3,9
  • Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. Psalm 37,4

Gabengebet

In vielen Liturgien gibt es entweder vorher oder nachher ein Gabengebet. Ein Gebet verbindet das Geben automatisch mit Gott und führt damit in die Anbetung. Einige Beispiele:

Wir danken dir, himmlischer Vater, für das Gut, das du uns anvertraust. Segne, Herr, diese Gaben und verleihe uns, dass wir in der Kraft deiner Liebe dir dienen an unseren Brüdern und Schwestern durch Christus unseren Herrn.

Aus der reformierten Abendmahlsliturgie.

In einem Abendmahlsgottesdienst:

Gott unser Schöpfer, du hast uns Leib und Leben gegeben; du gibst uns Speise und Trank. Du willst unsere Freude. Hilf, dass auch wir dir unser Herz schenken. Nimm an, was wir dir bringen: unser Bekenntnis und unseren Lobpreis, die Not unseres Herzens und unser Verlangen nach dir. Nimm uns ganz, mit allem, was wir sind und haben, als dein Eigentum. Lass uns an diesem Tisch deine Gegenwart erfahren und preisen.

Aus der reformierten Abendmahlsliturgie.

Die Kollekte kann auch mit einer Fürbitte für die Empfänger der Sammlung eingeleitet oder abgeschlossen werden. Wenn die Kollekte für den Eigenbedarf der Gemeinde bestimmt ist, kann man für konkrete Verwendungszwecke beten (Jugendarbeit, Suppenküche, Projekte, Initiativen in der Gemeinde). So kann auch das vielfältige Engagement der Gemeinde bewusst gemacht werden.

Ein besonderes Gebet finden wir auch in der Bibel:

HERR, unser Gott, all dies Viele, das wir herbeigebracht haben, dir ein  Haus zu bauen, deinem heiligen Namen, ist von deiner Hand gekommen, es  ist alles dein.  
 Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir  angenehm. Darum habe ich dies alles aus aufrichtigem Herzen freiwillig  gegeben und habe jetzt mit Freuden gesehen, wie dein Volk, das hier vor  dir steht, dir alles freiwillig gegeben hat. 
 HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, unserer Väter, bewahre für  immer solchen Sinn und solche Gedanken im Herzen deines Volks und richte  ihre Herzen auf dich!

1 Chronik 29,16-18

Dieses Gebet eignet sich vor allem, wenn Du etwas mehr zur Kollekte sagen willst. Es hat nämlich alle Elemente:

  • Die Gaben, die wir geben, kommen ursprünglich von Gott
  • Wir geben freiwillig, mit Freuden
  • Beim Geben geht es zuerst um das Herz, und erst danach um die Sache, wofür wir sammeln
  • Geben hält uns in einer fröhlichen Ausrichtung auf Gott

Gabensegen

Die Bibel sieht das freiwillige und fröhliche Geben als Segen und mit Segen verbunden. Es ist daher ganz natürlich, das auch auszusprechen. Beispiele:

  • Gott segne Geber und Gaben.
  • Der HERR segne unsere Gabe.
  • etc.

Transparenz

Zum Schluss noch ein Wort zur Transparenz: Wir tun als Gemeinden gut daran mit den Spendenverwendungen transparent umzugehen. All die Anbetung wird zerstört und ins Gegenteil verkehrt, wenn Spenden veruntreut oder verschwendet werden. Deshalb ist es gut einen Transparenzbericht über die Finanzen zugänglich zu machen.

In der Kollekte ist es daher hilfreich und vertrauensbildend die Verwendung möglichst konkret zu benennen. Vielleicht kann man auch hin und wieder auf einen Finanzbericht verweisen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.