Was ‚Abba Vater‘ für uns bedeutet

Was ‚Abba Vater‘ für uns bedeutet

Vielleicht hast du schon ein Buch gelesen oder eine Predigt gehört, die dazu auffordert, Gott Papa zu nennen. Vielleicht betest du ja auch selbst so.
Aber was bedeutet es für uns Christen zu Gott als Vater zu kommen?

Für die Juden jedenfalls war es unvorstellbar, dass Jesus Gott seinen Vater nannte. Gott nennt sich im Alten Testament Vater des Volkes Israel, aber nie einer einzelnen Person.

Jesus geht aber noch weiter. Er nennt seine Jünger Brüder. Und damit wird auch Gott ihr Vater.

Das finden wir dann im bekanntesten Gebet der Bibel wieder:

Vater unser, der du bist im Himmel…

In Jesus ist Gott unser Vater. Als der Genfer Reformator Calvin über die Adoption in die göttliche Familie nachdenkt schreibt er, dass uns dies „den wunderlieblichen Namen ‚Vater‘ eingibt und auf die Lippen drängt.“

Vielleicht ist es für uns so normal geworden Gott Vater zu nennen, dass wir nicht mehr staunen, was diese Anrede ausmacht.

Verwegen

Wenn du vor einem König – oder sagen wir vor dem Geschäftsführer des Konzerns, in dem du arbeitest – stehst:
Wie näherst du dich ihm? Wie sprichst du ihn an?

Vermutlich wirst du warten bis du angesprochen wirst. Dann wirst du diese Person vermutlich siezen.

Wie treten wir vor den Schöpfer des Himmels und der Erde? Wie bringen wir unsere Ehrfurcht zum Ausdruck?

Normalerweise sollte und würde es uns nie einfallen Gott so vertrauensvoll anzusprechen, wie es uns das Vaterunser lehrt.
Und es ist auch wichtig nicht zu vergessen, dass es ein mächtiger und würdiger Gott ist, dem wir uns im Gebet nähern.

Aber wir haben einen Hohepriester, der für uns die Himmel durchquert hat – Jesus! Deswegen dürfen  wir mutig – oder früher hätte man gesagt verwegen – vor den Thron Gottes treten. (Hebr. 4,14-16)

Geborgen

Gott als Vater zu haben bedeutet aber auch, die sicherste Beziehung zu haben, die es gibt.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir unsere Beziehung zu Gott sehen wie eine der Paarbeziehungen in unseren Fernsehserien: On-Off. Wie es grade passt. Wie ich mich grade fühle.

Aber bei der Vaterbeziehung ist das anders.
Der Vater hält die Hand des Kindes, auch wenn es mal loslässt. Der Vater hört nicht auf Vater zu sein, wenn das Kind sich mal abwendet. Der Vater sucht sich kein neues Kind, wenn es mal Probleme gibt.

So verstehen wir im „Vater Unser“ gut, was Paulus Timotheus schreibt:

2Tim 2,13 sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

Und wir können mit Asaf beten:

Psalm 73,23 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand

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